claire fuller: eine englische ehe
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Aus dem Englischen von Susanne Höbel Piper Verlag, 368 Seiten, € [D] 22,– | € [A] 22,70

Es ist fünf Uhr morgens, eine Frau schreibt einen Brief. Das Papier ist geduldig, sie vertraut ihm die Enttäuschung ihres Lebens an. Sie ist überfordert und einsam, ihre beiden Töchter vermissen ihren Vater ebenfalls, das Geld wird auch schon wieder knapp. Wollte sie nicht immer unabhängig sein und reisen? Sicher, sie hat einen begehrenswerten Mann geheiratet. Literaturprofessor, gut aussehend und charmant. Der allerdings nie da ist, wenn man ihn braucht. Das Häuschen an der südenglischen Küste bewohnen sie praktisch nur zu dritt. Es ist kaum Zeit, sich mal davonzustehlen. Nur beim Schwimmen im Meer spürt sie so etwas wie Freiheit. Was wäre, wenn … Während des Schreibens der unzähligen Briefe gelangt sie zur Selbsterkenntnis und trifft einer schwerwiegende Entscheidung. Ihr Mann könnte diese Briefe lesen, wenn er sie nur rechtzeitig findet. Versteckt in den zahlreichen Büchern, die sich in dem Haus bis unter die Decke stapeln, wartet das Geheimnis dieser rätselhaften Frau. Die Titel der Bücher scheinen eine Spur zu zeichnen. Trotz der melancholischen Stimmung liest sich der Roman warmherzig und einfühlsam. Vielleicht braucht diese Liebesgeschichte den bitteren Beigeschmack, um erst so richtig schön zu sein. 
stern k Dana Hartmann

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