édouard louis: im herzen der gewalt
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Aus dem Französischen von Hinrich Schmidt-Henkel S. Fischer Verlag, 224 Seiten, € [D] 20,– | € [A] 20,60

In seinem zweiten Roman mit stark autobiografischen Zügen schildert der 24-jährige Autor Édouard Louis die Geschehnisse einer Pariser Dezembernacht. Auf seinem Nachhauseweg begegnet er einem attraktiven Mann arabischer Herkunft, den er schließlich mit zu sich nimmt. Was zunächst den Anschein einer erotischen Begegnung erweckt, entwickelt sich zu einer gewaltsamen, lebensbedrohlichen Auseinandersetzung zwischen den beiden. Louis beleuchtet die Geschehnisse aus allen Perspektiven – aus seiner eigenen, aus der seines Gegenübers und später aus jener der Ärzte und der Polizei. Indem er sich der Themen Kindheit, Begehren, Migration und Rassismus annimmt, zeichnet er ein sehr aufschlussreiches Bild unserer gegenwärtigen westeuropäischen Gesellschaft. Bereits mit seinem literarischen Debüt Das Ende von Eddy, in dem er von seiner leidvollen Kindheit in einem französischen Dorf und von seiner Flucht vor den engen ländlichen Verhältnissen erzählt, erregte Louis großes Aufsehen zunächst in Frankreich, dann auf internationaler Ebene. Sein aktuelles Buch erscheint gleich in über 20 Sprachen. Wer unsere gegenwärtigen gesellschaftlichen Strukturen besser verstehen will, muss Im Herzen der Gewalt lesen. 
stern k Marina Krauth

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