sonja heiss: rimini
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Kiepenheuer und Witsch, 400 Seiten, € [D] 20,– | € [A] 20,60

Wenn man 40 Jahre verheiratet ist, kann man sich schon mal auf die Nerven gehen. Dumm nur, wenn einer der beiden gern mal seine Ruhe hätte, während sich der andere schon Sorgen macht und Sehnsucht hat, wenn der Gang in den Keller etwas länger dauert. So geht es Alexander und Barbara, Eltern von Masha und Hans, deren Leben ebenfalls nicht problemlos verlaufen. Hans war mal ein sehr erfolgreicher und gut verdienender Anwalt. Seit seine Wutausbrüche, die ihn schon in der Kindheit verfolgt haben, wieder gehäuft auftreten, laufen ihm reihenweise die Mandanten davon, und seine Partnerschaft in der Kanzlei steht auf dem Spiel. Das macht die Beziehung zu seiner sich von ihm emotional und körperlich immer weiter entfernenden Frau nicht gerade leichter. Seine Schwester Masha, der ein geordnetes Familienleben nie wichtig erschien, sehnt sich auf einmal nach Kindern und hört ihre biologische Uhr unaufhaltsam ticken. Druck ist aber sicherlich keine Hilfe bei der Suche nach einem geeigneten Vater ihrer ungeborenen Kinder. Dieses Familiendrama besticht durch einen vor allem deshalb so treffenden und bissigen Humor, da ganz normale Probleme, die sich in wahrscheinlich jeder Familie finden, in überspitzter Form dargestellt werden. Es ist ein riesiger Spaß, dieses Romandebüt von Sonja Heiss zu lesen und der Familie beim Scheitern zuzusehen. 
stern k Georg Ottmann

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