marilynne robinson: lila
5plus magazin17 Rezensionen 12
S. Fischer, 288 Seiten, € [D] 9,99 | € [A] 10,30

Obwohl die 1943 geborene Amerikanerin seit 1980 veröffentlicht, wurde sie im deutschsprachigen Raum spät entdeckt. Für viele erst durch die Aussage von Barack Obama, der Robinson seine Lieblingsautorin nennt. Meine Entdeckung folgte noch später, ich las sie vor einigen Wochen während eines Aufenthalts in den USA. Ich las den Roman in einem Zug, am Ende angekommen, begann ich gleich nochmals, diesmal langsamer, und genoss diese präzise, ruhige Sprache, die wunderbaren Figuren und alles Ungesagte, das sie uns Lesern zu deuten überlässt. Lila ist ein Findelkind, sie wird von einer nicht sehr viel älteren Wanderarbeiterin gefunden und aufgezogen. Nach einer unsteten Jugend steht sie nun alleine da. Sie findet Arbeit in einem Bordell, später in einem Hotel als Zimmermädchen. Nach vielen Jahren bricht sie nochmals auf und trifft in der Kleinstadt Gilead im Mittleren Westen auf John, einen abgeklärten und humorvollen Geistlichen. Wie diese zwei ganz besonderen Menschen sich aufeinander einlassen und ihre Liebe zueinander leben, ist eine der schönsten Liebesgeschichten, die ich gelesen habe. 
stern k Laurin Jäggi

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