fiston mwanza mujila: tram 83
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Zsolnay, 208 Seiten, € [D] 20,– | € [A] 20,60

Der Nachtklub Tram 83 in einer heruntergekommenen Minenstadt in Afrika ist der hauptsächliche Handlungsort dieses Romans. Der 1981 in der Demokratischen Republik Kongo geborene Fiston Mwanza Mujila erzählt von einen Klub, einer Stadt, einem Land, das geprägt durch Korruption und Gewalt den Abgrund entlangtänzelt. Im Tram 83 treffen sich die Minenarbeiter, die westlichen Geschäftsleute, die Prostituierten und auch die beiden Hauptfiguren, Lucien, ein zaudernder Schriftsteller, und Requiem, ein rücksichtsloser Gauner. Die Handlung des Romans ist weniger wichtig als die Stimmung des Settings und der Sprache. Wie der Autor diese Gesellschaft beschreibt, den moralischen Zerfall, die Gewalt, ist äußerst originell. Er agiert nicht mit dem erhobenen Zeigefinger, sondern zeigt in diesem verderbten Mikrokosmos die Menschen, die mit diesen Problemen konfrontiert sind, zeigt die Schönheit inmitten des Kaputten. Der Text liest sich wie ein frei swingendes Gedicht, wie ein Jazz-Song und ist stark rhythmisiert. So tauchen zum Beispiel immer wieder leitmotivische Wiederholungen auf, wie zum Beispiel die immer gleichen Anmachen der Prostituierten. Ein sprachlich und musikalisch virtuoser Roman, brutal und schön. 
stern k Laurin Jäggi

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